Title: Sieben Irrtümer über Alzheimer – und was stattdessen richtig ist
Published: 21. September 2021
Last modified: 7. Februar 2024

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# Sieben Irrtümer über Alzheimer – und was stattdessen richtig ist

 Veröffentlicht am 21. September 20217. Februar 2024

## Faktencheck zur Alzheimer-Krankheit

_Alzheimer und Demenz werden häufig synonym verwendet. Ein Irrtum – denn Alzheimer
ist eine spezielle Form der Demenz, wenngleich die häufigste. – Foto: AFI/ Joanna
Nottebrock_

### _**Irrtum 1:⏎ Alzheimer ist ansteckend⏎ **

Es gibt keinen wissenschaftlichen Nachweis, dass die Alzheimer-Krankheit beim Menschen
ansteckend ist. Im Tierexperiment ist es zwar unter Laborbe-dingungen möglich, die
Alzheimer-Krankheit zu übertragen. Diese Ergeb-nisse sind aber nicht auf die realen
Bedingungen beim Menschen übertrag-bar. Abgesehen vom notwendigen Corona-Infektionsschutz
ist kein spezieller Schutz beim täglichen Umgang mit Patienten nötig.

### _**Irrtum 2:⏎ Alzheimer und Demenz sind das Gleiche⏎ **

Der Begriff „Demenz“ stammt aus dem Lateinischen und bedeutet sinnge-mäß „ohne Geist“.
Über 50 verschiedene Störungen der geistigen Leistungs-fähigkeit werden darunter
zusammengefasst. Demenz ist also ein Überbegriff und nicht gleichzusetzen mit der
Alzheimer-Krankheit. Alzheimer ist mit rund zwei Drittel aller Fälle die häufigste
Form der Demenz. Weitere Demenzfor-men sind beispielsweise die Vaskuläre Demenz,
die Lewy-Körperchen-De-menz, die Frontotemporale Demenz oder die Demenz bei Parkinson.

### **Irrtum 3:⏎ Aluminium verursacht Alzheimer

Bei Gehirn-Autopsien von verstorbenen Alzheimer-Patienten wurde zwar eine erhöhte
Aluminium-Konzentration festgestellt. Forscher gehen jedoch davon aus, dass es sich
um eine Begleiterscheinung und nicht um die Ursa-che der Krankheit handelt. Einen
ursächlichen Zusammenhang von erhöhter Aluminiumaufnahme und dem Auftreten der Alzheimer-
Krankheit konnte bisher wissenschaftlich nicht belegt werden. Auch Studien zur Entstehung
und Verbreitung von Alzheimer zeigen keine Hinweise auf eine Verbindung von Aluminium
und der Alzheimer-Krankheit.

### **Irrtum 4:⏎ Alzheimer-Patienten sterben, weil sie zu atmen vergessen

Menschen mit Alzheimer vergessen nicht, zu atmen. Sie sterben auch nicht unmittelbar
an der Alzheimer-Krankheit, sondern an Begleiterkrankungen. Im letzten Krankheitsstadium
bauen die Patienten auch körperlich immer mehr ab und sind schließlich rund um die
Uhr pflegebedürftig. Weil das Immunsys-tem dadurch erheblich geschwächt ist, steigt
die Anfälligkeit für Infektions-krankheiten. Viele Alzheimer-Patienten sterben an
Atemwegsinfektionen.

### **Irrtum 5:⏎ Alzheimer ist keine Krankheit, sondern eine normale Alterserscheinung

Diese Behauptung wird in populärwissenschaftlichen Debatten immer wieder aufgestellt.
Mittlerweile ist es jedoch möglich, die Eiweiß-Ablagerungen aus Beta-Amyloid und
Tau, die für die Alzheimer-Krankheit charakteristisch sind, durch bildgebende Verfahren
sichtbar zu machen. Ein organisch gesundes Gehirn kann bis ins hohe Alter sehr leistungsfähig
sein, auch wenn es in der Regel langsamer wird. Alzheimer dagegen ist eine Erkrankung,
die diagnosti-ziert, behandelt und weiter erforscht werden muss.

### **Irrtum 6:⏎ Alzheimer ist noch nicht heilbar, also kann man nichts tun

Es stimmt, dass Alzheimer bisher noch nicht heilbar ist. Trotzdem kann man Alzheimer
behandeln. Mit Alzheimer-Medikamenten kann der Krankheitsver-lauf verlangsamt werden
und auch Begleiterscheinungen wie Depressionen oder Aggressionen lassen sich medikamentös
behandeln. Nicht-medikamen-töse Therapien, wie die geistige, körperliche und emotionale
Mobilisierung können die Selbstständigkeit des Patienten länger erhalten und ihr
Wohlbe-finden fördern.

### **Irrtum 7:⏎ Meine Mutter hatte Alzheimer, also werde ich es auch bekommen

Die Erkrankung eines Elternteiles bedeutet nicht zwangsläufig, dass die Krankheit
an die Kinder vererbt wird. Nur rund ein Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen sind
eindeutig erblich bedingt. Betroffene erkranken in der Regel sehr früh, zwischen
dem 40. und 65. Lebensjahr. Bei 99 Prozent aller Alzheimer-Erkrankungen ist das 
Alter das größte Erkrankungsrisiko. Die Symptome beginnen meistens erst ab dem 65.
Lebensjahr. Auch hier gibt es genetische Varianten, die das Erkrankungsrisiko erhöhen
können. Zu einem sicheren Ausbruch der Krankheit führen sie jedoch nicht.

_Entgegen der häufig geäußerten Meinung: Alzheimer ist nicht ansteckend und auch
nur in selte-nen Fällen vererbbar. – Foto: AFI/ Joanna Nottebrock_

### **Zum Weiterlesen: Vielfältiges Info-Angebot der AFI**

Sie wollen sich intensiver über die Alzheimer-Krankheit informieren? Dann sind Sie
bei der Alzheimer Forschung Initiative an der richtigen Adresse: Zu unterschiedlichsten
Aspekten von Alzheimer (Symptome, Diagnose, Be-handlung, …) gibt es dort gedruckte
Broschüren (kostenfrei zu bestellen) sowie informative Online-Texte und -Videos.
Außerdem einen Newsletter, der regelmäßig über Aktuelles und Wissenswertes zur Alzheimer-
Krankheit, über Neuigkeiten aus der Forschung und über Aufklärungsangebote der AFI
informiert.

_Website: www.alzheimer-forschung.de/alz_

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